Kölner Schokoladenmuseum

Kölner Schokoladenmuseum

Schokoladenmuseum am Rheinauhafen in Köln

Das Schokoladenmuseum ist eins der national am meisten besuchten Museen mit rund 400.000 Besuchern jährlich. Kein Wunder, denn wer möchte nicht einmal vom sündhaften Schokoladenbrunnen kosten, in Kindheitserinnerungen schwelgen und sich später im Lindtshop mit süßen Leckereien belohnen? Das Kölner Schokoladenmuseum ist ein wahrer Touristenmagnet und zieht seit seiner Gründung 1993 durch Dr. Hans Imhoff abertausende Besucher an den Rheinauhafen. Damals hatte der Gründer des Museums den Kölner Stollwerck-Konzern saniert und beim Umzug nach Porz einige kleine Schätze entdeckt, die seiner Ansicht nach viel zu wertvoll gewesen seien, um sie zu entsorgen. Aus diesem Grund entstand in den 90er Jahren für 53 Millionen DM das Schokoladenmuseum. Die Ausstellung wurde in den vergangenen Jahren zusätzlich um Exponate der allgemeinen Kakaogeschichte erweitert. Nach dem Tod ihres Mannes führt seine Frau Gerburg Klara Imhoff das Museum bis heute weiter.  

3000 Jahre Kakao

Tatsächlich hat der Kakao eine mehr als 3000 Jahre alte Geschichte, dessen Ursprung insbesondere in den südamerikanischen Ländern zu finden ist. Schon bei den Olmeken wurden Kakaobäume gezüchtet. Die Produktion von Schokolade lässt sich jedoch schriftlich erst auf die Maya zurückführen. Sie legten ihren Toten zum Abschied mit Schokolade gefüllte Tongefäße ins Grab. Doch die Schokolade war kein alltägliches Getränk. Schon damals wurde sie nur der Elite vorbehalten, die die Köstlichkeit auf besonderen Feiern wie der Hochzeit trank. Mit verschiedenen Gewürzen wie Chili zubereitet, entstanden diverse Sorten. Außer dem Getränk kreierten die Maya Brei, Grütze und Pulver. Bei der Eroberung durch die Spanier wurde das Getränk an den europäischen Gaumen angepasst und mit Zimt und Anis gesüßt. Schließlich brachten die Spanier die Schokolade im 17. und 18. Jahrhundert auch nach Europa, wo sie schnell zum Suchtmacher für viele wurde. Auch Goethe konnte nicht genug von dem sündigen Getränk bekommen. Erst 1728 wurde die erste Schokoladenfabrik in Bristol ("Fry & Sons") gegründet, wo per Handarbeit Schokoladentafeln hergestellt wurden. (Quelle: www.planet-wissen.de)

 

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Eine Reise durch die Geschichte der Schokolade

Auf drei Etagen reist der Besucher durch die Geschichte der Schokolade. Von der Kakaobohne zur Schokoladenpraline. Bei meinem Besuch erfahre ich alles über die Herkunft der Bohne, dessen Ernte und die Lebensbedingungen der Einwohner der Herkunftsländer. Manche Erntearbeiter sollen nie die Möglichkeit erhalten haben, das Endprodukt Schokolade probiert zu haben, da eben jene in vielen Ländern noch immer als Luxusgut gilt. Das erschreckt mich, wenn ich mir klar mache, wie wir Europäer die Schokolade teils gedanken- und genusslos in uns hineinschaufeln. Tagtäglich. Es gibt sie in so vielen Geschmacksvarianten und Formen im Überfluss und genau so bedienen wir uns an ihr. In Vitrinen entdecke ich Schokoladentafeln mit einem Fairtrade-Logo. Inwiefern hier tatsächlich fair gehandelt wird, erlaube ich mir nicht zu spekulieren.

In einem kleinen Tropenhaus darf ich die Kakaopflanze bewundern. In einer Vitrine liegt die Nachbildung einer Kakaofrucht, die nur schwer an Schokolade erinnert. Welch ein Aufwand hinter der Schokoladenproduktion steckt, wird mir klar, nachdem ich mir Berichte über den Weg von der Ernte bis hin zum Conchieren und Weiterverarbeiten durchgelesen habe. Neu war mir auch, dass Schokolade tatsächlich auch medizinisch zum Einsatz kam und kommt und ihr heilende Kräfte nachgesagt werden. Sogar einige Drogerieartikel enthalten heute Kakao, wie Bäder und Masken. So facettenreich ist die Frucht.

Am "Bug" des Museums zeigt eine Maschine den Herstellungsprozess von Schokoladenpralinen und am geschätzt 2,50m hohen Schokoladenbrunnen werden Waffeln eingetaucht und an die Besucher gereicht. Unheimlich köstlich und sündhaft. Wer will und bereit ist, ein wenig Zeit zu investieren, kann am Nebentisch sogar seine eigene Schokolade zusammenstellen und hierfür aus diversen Zutaten wählen. Anschließend bereitet das Museumsteam innerhalb von etwa 30 Minuten die individuelle Schokolade zum Mitnehmen (natürlich kostenpflichtig) zu.

 

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Farbenfrohe Kindheitserinnerungen

 Ob Katzenzungen, Überraschungseier, KitKat - wir schwimmen heute in einem Meer aus Schokolade. Diverse Anbieter präsentieren uns verschiedene Geschmacksrichtungen und Formen in den buntesten und ausgefallensten Verpackungen. Einen kleinen Einblick gibt mir das Schokoladenmuseum. Teils vergilbte Verpackungen aus längst vergangener Zeit erinnern mich an meine Kindheit.

Noch spannender finde ich jedoch die Schokoladenautomaten. Zu meiner Zeit gab es nur Kaugummi- und Spielzeugautomaten. Verpackt in roten an der Wand aufgehangenen Metallgehäusen. Früher jedoch konnte man kleine Tafeln durch den Münzeinwürf aus künstlerisch und liebevoll dekorierten Spendern ziehen. Einer dieser Automaten kann tatsächlich noch heute im Schokoladenmuseum betätigt werden.

 

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"Willst du lachen - kannst du's hier.
Spende nur 10 Pfennig mir.
Obendrein geb' ich im Nu,
Süßigkeiten noch dazu!"

 

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Führungen im Kölner Schokoladenmuseum

Für einen Aufpreis von 2 € werden öffentliche Führungen zum Thema "Vom Rohkakao zum Praliné" angeboten. Immer samstags um 13.30 Uhr und 15.30 Uhr, sowie sonn- und feiertags um 11.30 Uhr, 13.30 Uhr und 15.30 Uhr.

Auch Kinder ab 4 Jahren sollen mehr über die Kakaobohne lernen. In der Schoko-Schule können sie probieren und erfahren mehr über den Herstellungsprozess. Immer samstags, sonn- und feiertags um 13.00 Uhr und 15.00 Uhr.

Schokoladenkurse im Museum am Rheinauhafen

Wer noch immer nicht genug von der süßen Leckerei hat, kann außerdem an Kursen teilnehmen. "Kölsche Pralinen" ist ein 4-stündiges Seminar, in dem mit den Teilnehmern 3 verschiedene Pralinensorten hergestellt werden, wie die "Kölnisch Wasser"-Trüffel und die Rübenkraut-Kamelle. Die Kosten pro Teilnehmer betragen hier stolze 50 €.

Nicht jeder möchte selbst aktiv werden, sondern einfach nur genießen. Für diese Personen wird der Kurs "Vom guten Geist der Schokolade" geboten. Hier wird probiert und probiert. Getestet, welche Schokolade zu welchen Spirituosen passt. Ebenfalls schlagen hier 50 € zu buche.

Das Kölner Schokoladenmuseum bietet regelmäßig Sonderausstellungen

Zurzeit läuft die Sonderausstellung "tierisch süß" im Kölner Schokoladenmuseum und präsentiert die tierischen Gesichter der Schokoladengeschichte. Ob der Lindt Goldhase oder die Milka Lila Kuh - oft wird Schokolade mit Tieren in Verbindung gebraucht. Diese Ausstellung wirft einen Blick zurück auf 130 Jahre tierische Schokoladengeschichte und zeigt die Zusammenhänge zwischen den Tieren und den einzelnen Sorten. Kindern (8-12 Jahre) wird in den Ferien sogar ein Quiz geboten, bei dem sie die Möglichkeit haben, zum Jahresende an einer Verlosung teilzunehmen.

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Dreikönigenschrein

Bis Anfang April präsentierte sich, nahe dem Schokoladenbrunnen gelegen, eine Nachbildung der Künstlerin Sonja Alhäuser von dem Dreikönigenschreins. Eben jener liegt im Kölner Heiligtum dem Dom und beschützt die Reliquien der heiligen drei Könige. Die Nachbildung des ursprünglichen Goldschreins (von Nikolaus von Verdun) besteht tatsächlich aus 300 kg Schokolade.

 

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CHOCOLAT Grand Café

Im Panoramacafé kann in Ruhe eine heiße Schokolade, Torte und andere Köstlichkeiten zu sich genommen werden. Mit einem grandiosen Blick auf den Rhein und die gegenüberliegende Seite Kölns (Deutz) genießen Sie hier sinnliche Momente. Nur zu empfehlen!

Auf der Hafenterrasse befindet sich außerdem ein Biergarten, wo an einigen Tagen Jazz- und Klavierabende stattfinden.

Preise und Öffnungszeiten

Dienstag bis Freitag: 10.00 - 18.00 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertag: 11.00 - 19.00 Uhr

Erwachsene: 9 €
Ermäßigt (Schüler, Kinder, Studenten, Senioren, etc.): 6,50 €

Mein Tipp

Nehmen Sie sich genügend Zeit für Ihren Besuch. Auch Kinder werden hier gut unterhalten. Wenn Sie schon einmal da sind, ist es ein schönes Andenken und Mitbringsel, seine selbst kreierte Schokolade mit nach Hause zu nehmen. Auf jeden Fall sollten Sie zum Abschluss das Café CHOCOLAT besuchen. Der Ausblick aus dem Panoramafenster ist unvergleichlich und lohnenswert. Zum Abschluss empfehle ich noch einen Spaziergang am Rhein.


Beachten Sie bei den Preisen, dass Sie die Ermäßigungen nutzen. Hier lohnt sich auch die Investition in einen Rheintaler oder Gutscheinheftchen.

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Impressionen Kölner Schokoladenmuseum

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