Besuch in den MMC Studios in Köln

Besuch in den MMC Studios in Köln

Führung durch die MMC-Studios in Köln Ossendorf

Ist es nicht eine der schönsten Erfindungen der Unterhaltungsbranche? Kaum etwas anderes rührt uns so schnell zu Tränen und entlockt uns ein Lachen. Bewegend, ergreifend, erschreckend, beängstigend, aufmunternd, informierend, unterhaltend, überraschend, polarisierend und anregend. Das und noch viel mehr beschreibt die Wirkung dieses Mediums. Den Film samt Fernsehen gibt es mittlerweile schon einige Jahrzehnte, in denen eine permanente Entwicklung stattfand – bis heute. Von Schwarz-Weiß über Farbe bis hin zum Animationsfilm und High Definition. Immer wieder gibt es Neuerungen und faszinierende Entwicklungen. Wir kennen unzählige Schauspieler und Moderatoren, die uns unseren Samstagabend versüßen, wenn es draußen bitterkalt und ungemütlich ist. Wir lümmeln uns auf die Coach oder den Kinosessel und reisen für einen kurzen Zeitraum in eine andere Welt. Wir fiebern mit, wenn Harry wieder mal im Kampf gegen Lord Voldemort besteht, halten unseren Bauch vor Lachen, wenn die drei Jungs von „Hangover“ realisieren, was ihnen am Vorabend alles passiert ist und schluchzen laut bei „P.S. Ich liebe dich!“. Wer jedoch tatsächlich als Produzent, Regisseur und Filmstudio hinter der aufwendigen Schöpfung steht, erfahren wir meist nur beim aufmerksamen Lesen des Abspanns. Was hinter der ganzen Arbeit der Aufnahmen und Nachproduktionen steckt, wurde mir erst heute ansatzweise klar. Ich war nämlich zu Besuch in den MMC-Studios in Köln Ossendorf und durfte bei einer Führung hinter die Kulissen blicken.

MMC Koeln

Blick hinter die Kulissen der MMC-Studios in Köln

Eigentlich hatte ich genug Zeit für meinen Weg zu den Studios eingeplant. Um die 3 € für den Parkplatz zu sparen, habe ich cleverer Weise bei IKEA am Butzweilerhof meinen Wagen abgestellt und mich per pedes in Richtung MMC bewegt. Es schien alles so nah, dass aber eine Gesamtfläche von 157.000 qm auf mich wartete mit diversen Requisiteuren und Werkstätten, hatte ich natürlich nicht geahnt. Ebenso wenig Ahnung hatte ich, wo sich der Haupteingang befand. Nachdem ich mir von zwei netten Herren den Weg erklären ließ, brauchte ich nur noch gefühlte 5 km (tatsächlich waren es wohl 500m) im Eiltempo Richtung Treffpunkt laufen. Dort wartete die Leiterin unserer Führung schon vor Sorge auf mich. Daphne reichte mir ein Schreiben, mit dessen Unterschrift ich erklärte, innerhalb des Studios keine Fotos zu machen und Drogen zu konsumieren. Daher bekommt ihr nur die Aufnahmen vom Eingang von mir. Dennoch gibt es einiges Interessantes zu entdecken und Youtube hilft mir in diesem Fall glücklicher Weise weiter. Als Externe wurde ich einer Realschulklasse zugeteilt und startete gemeinsam mit der bezaubernden Französin Daphne und der jugendlichen Gruppe die Führung durch die Kölner Studios.

Wir schlenderten gemeinsam durch eine große, hohe und graue Halle. Dem ein oder anderen mag dieser Ort schon von Interviews durch den Sender RTL bekannt vorgekommen sein. Geführt mit den Jurymitgliedern Dieter Bohlen oder Bruce Darnell der TV-Shows „Deutschland sucht den Superstar“ oder „Das Supertalent“. Schon 1991 entstand in Ossendorf das Medienzentrum der MMC (Magic Media Company) auf dem ehemaligen Flughafen Köln-Butzweilerhof, der heute unter Denkmalschutz steht. Daher stehen an dieser Stelle auch noch immer die Hallen aus der Zeit des Flughafens. 1999 entstanden zusätzlich 19 Studios mit einer Fläche von 21.000 qm. Zu ihnen zählt mit 26 m das weltweit höchste Filmstudio. Bis 2012 war die Sparkasse KölnBonn Alleingesellschafter, bis die Gesellschaft im Dezember in die Hände der „Deutschen Unternehmensbeteiligungen AG“ über ging.

An dieser Stelle erklärte uns Daphne mit ihrem sympathischen Akzent die Verhaltensregeln. Nie im Weg stehen und wenn wir einen Prominenten sehen sollten, leise ausrasten. Das Treffen mit einem bekannten Gesicht des Fernsehens blieb aus, jedoch durften wir spannende Requisiten und Schauplätze bewundern. Mit dem Regieraum zeigte uns die junge Frau einen der wichtigsten Orte auf dem ganzen Gelände. Wir saßen dort, wo sonst die großen Köpfe der Regie Ton, Farbe und Kameraeinstellung genauestens kontrollieren. Uns wurde erklärt,wem welche Aufgabe zugeteilt wird und wie wichtig ein gut funktionierendes Team für den Erfolg einer Sendung ist. Wir erfuhren, wer wo im Raum sitzt und was genau zu bedienen hat. Und auch dass der Tonmann eher ein Einzelgänger sei, die Regisseurin die größte Verantwortung trüge und die meisten Aufnahmeleiter ein Burnout erleiden würden, wenn sie nicht nach spätestens zehn Jahren die Position wechselten.

MMC Koeln2

Am Set der Daily Soaps

Auch zu meiner Jugend waren Seifenopern angesagt. Heute lasse ich mich lieber von anderen Sendungen unterhalten. An dieser Stelle oute ich mich gerne als großer Guido Maria Kretschmer-Fan. Doch die Jungs und Mädels meiner Gruppe erkannten das Bühnenbild der Sendung „Alles was zählt“ sofort. Wir durften die gegenüberliegende Hauswand abklopfen, um festzustellen, dass es sich bei dem Material tatsächlich nur um Plastik handelt und hinter den Gardinen am Fenster eine Wand aufgestellt ist. Die Eislaufbahn, die in vielen Szenen der Serie eine wichtige Rolle spielte, ist ein etwa 10 m breites und 2 m langes Gebäude, wenn man es überhaupt als jenes bezeichnen darf. Szenen auf dem Eis würden ansonsten bei der Deutzer Lanxess Arena gedreht.

Nach einigen Metern erreichten wir dann die Schillerallee. Bekannt aus der Daily Soap „Unter uns“ und sogar mir bekannt. Die Bäckerei der Weiges steht wie eh und je und präsentiert frische Backwaren im Schaufenster – auch hier nur Requisiten aus Plastik. Das sonst so groß wirkende „Schiller“ ist eher winzig und auch hinter dessen Türen verbirgt sich nicht das Café, das wir aus dem Fernsehen kennen. Warum gerade diese wichtigen Orte der Serie aus Plastik gebaut und in der Halle von MMC aufgestellt sind, erklärte uns Daphne. Ganz einfach, um Zeit und Geld zu sparen. Ein Außendreh würde einen unnötigen Aufwand bedeuten, da Drehgenehmigungen beantragt werden müssten, auf passendes Wetter zu hoffen sei und eine Straßensperrung auch einiges an Kosten verursachen würde. Soaps, die hier gedreht werden, würden schon zwei bis drei Monate vor Ausstrahlung aufgenommen, um ungeplanten Geschehnissen vorzubeugen. Nur drei Takes stünden den Schauspielerinnen und Schauspielern für die Szenen zur Verfügung. Da werde auch gerne mal beim Text improvisiert, schließlich müsste Material für 8 Folgen pro Woche aufgenommen werden.

Lifeshows in Köln

Lifeshows wie „Deutschland sucht den Superstar“ würden laut Daphne in den großen Studios gedreht. Das koste nicht nur großen Aufwand, sondern auch immense finanzielle Mittel und ein hohes Maß an Vorbereitung. Licht, Kameraeinstellungen, Proben – unglaublich viele Punkte müssten für so eine Show beachtet werden. Derzeit würde „The taste“ gedreht werden, daher sei das Studio auch nicht begehbar, weil die letzten Vorbereitungen getroffen werden würden. Im kleinen Nachrichtenstudio vor Ort durften wir alle Platz nehmen und das kleine Studio bewundern. Ausgestattet mit unzähligen Scheinwerfern, schwarzen Vorhängen zum Brandschutz und Kameras. Hier erzählte Daphne uns, dass die MMC selbst auch im Besitz einiger Kameras sei, die teils bis zu einer halben Millionen Euro gekostet hätten und von den Sendern gemietet werden könnten. In der Regel würden externe Unternehmen beauftragt werden, die in den Studios für die perfekten Aufnahmen sorgen. Der größte Aufwand würde später die Postproduktion betreffen, die, wenn sie jedes Bild prüfen würde, über Monate benötigte, um ein vorzeigbares Produkt präsentieren zu können.

Auch Filme werden am Butzweilerhof in Köln Ossendorf produziert

Kaum zu glauben, aber wahr! Große Filme wurden schon in den MMC Studios gedreht. Die Innenaufnahmen zu „Buddenbrooks“ mit Iris Berben und Jessica Schwarz wurden in Köln aufgenommen und begeisterten den deutschen Protagonisten des Films Armin Mueller-Stahl so sehr, dass er den Drehort später mit Hollywood verglich. Auch Hilda Swinton und Tom Hiddleston drehten in Ossendorf einen Großteil der Szenen zu „Only lovers left alive“. Zu „Mara und der Feuerbringer“ wurden sogar eine Vulkanlandschaft sowie eine Tropfsteinhöhle im Studio errichtet und boten eine beeindruckende Kulisse für den Film. Als absolutes Highlight gilt jedoch die Literaturverfilmung „Der Medicus“, der Hollywoodgrößen wie Sir Ben Kingsley, Tom Payne und Olivier Martinez nach Köln führte. Auch der deutsche und in der Damenwelt sehr beliebte Schauspieler Elyas M’Barek durfte eine Nebenrolle übernehmen. Aufgenommen wurden hier die Szenen im Palast des Schahs. Ben Kingsley sagt über MMC:

„Das hier sind exzellente Studios. Es ist eine tolle Arbeitsatmosphäre.“

„Das hier ist das Hollywood Europas, der Ruf ist richtig.“

Mal ganz subjektiv beurteilt: „Der Medicus“ ist eine tolle und beeindruckende Verfilmung, die mich im Kino sehr begeisterte. Nicht viele Literaturverfilmungen sind der Vorlage ebenbürtig, doch ich persönlich kann mich in diesem Fall nicht beschweren.

Und schon war die Führung am Ende und trotz der kaum aushaltbaren Hitze bin ich noch immer begeistert und beeindruckt, von dem, was ich gesehen und erfahren habe. Eine wirklich lohnenswerte Investition von 15 € für 1,5 Stunden.

Übernachten Sie in unseren Ferienwohnungen in Köln

In Nähe der Studios der MMC bieten wir Ihnen einige schöne und liebevoll eingerichtete Unterkünfte, wie in Ehrenfeld oder Nippes. Buchen Sie unsere Ferienwohnungen und genießen Sie einen unvergesslichen Aufenthalt in Köln mit einer Küche und einem eigenen Badezimmer. Fühlen Sie sich auch in Ihrem Urlaub wie Zuhause.

K44_Nippes K105_Ehrenfeld K106 301

Button  Button   Button

NIPPES BUTTON  Ehrenfeld Button

Socialwave - Herzlich willkommen!
Neue Plattform: Ferienwohnungen in Bergisch-Gladba...

Ähnliche Beiträge