Weihnachtsmarkt: Von Köln nach Valkenburg aan de Geul

Weihnachtsmarkt: Von Köln nach Valkenburg aan de Geul

Weihnachtsmärkte Valkenburg, Niederlande

Auch wenn die Adventszeit für viele alljährlich immer wieder Einkaufs-, Terminstress und überfüllte Straßen und Städte bedeutet, so möchten wir diese besondere Zeit im Jahr doch nicht missen. Die meisten jedenfalls. Denn nur selten nehmen wir uns die Zeit für unsere Liebsten, unsere Familie und besinnen uns auf das wirklich Wichtige. Doch nicht jeder Weihnachtsmarkt schafft es, die passende stimmungsvolle Atmosphäre aufzubauen. Oft wird gedrängelt, gestoßen und Tüten mit Weihnachtsgeschenken in die Kniekehlen gerammt, während uns an den Ständen mal wieder die typischen Weihnachtsprodukte erwarten. Zwar haben die Märkte im Kölner Zentrum schon einiges zu bieten, doch bei mir kommt die adventliche Stimmung oft erst auf den außerhalb der Innenstadt liegenden Weihnachtsmärkten auf, da hier der Stresspegel weit niedriger liegt. Mein absoluter Favorit ist definitiv der bezaubernde Markt im Stadtpark. In dieser Woche habe ich aber einen neuen Liebling entdeckt. Wenn Sie bereit sind, einige Kilometer in Kauf zu nehmen (ca. 1 Stunde Fahrt über die A4) und sich mit dem Auto, der Bahn oder einem Busunternehmen in Richtung Maastricht begeben, erwartet Sie in Valkenburg aan de Geul die holländische Weihnachtsstadt. Ein kleiner Ort, der sich voll und ganz der schönsten Zeit des Jahres verschrieben hat: Weihnachten!

Es weihnachtet sehr in Valkenburg

Schon bevor wir uns dem Zentrum nähern, leuchten unzählige dekorierte Häuschen und Girlanden in verschieden farbigen Lichtern auf. Kaum ein Haus ist nicht passend geschmückt. Wir sind an einem Dienstag unterwegs und haben keinerlei Probleme, auf dem Parkplatz am Cauberg unseren Wagen abzustellen und zahlen für holländische Verhältnisse relativ geringe Gebühren (ca. 7,50 € für ein Tagesticket). Von dort aus sind es knapp 12-15 min bis wir den ersten Weihnachtsmarkt in der Gemeindegrotte erreichen. Und überraschenderweise warten nicht allzu viele weitere Besucher mit uns auf die Eröffnung. Für rund 11 € erhalten wir ein Kombiticket für die beiden Höhlenweihnachtsmärkte.

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Es ist mein erster Besuch dieser besonderen Weihnachtsstadt und ich bin relativ erwartungsfrei und freue mich auf einen wundervollen Tag mit ganz viel Weihnachtszauber. Um 11 Uhr öffnen sich dann auch die Türen und wir machen uns auf in die Höhle zum größten und ältesten Weihnachtsmarkt seiner Art in Europa. Direkt vernehme ich den Duft von frischen Tannennadeln und genieße den Anblick der geschmackvoll und romantisch eingerichteten Höhle. Gemeinsam mit meiner Mutter wandere ich von einem Stand zum nächsten. Im vordersten Teil erwarten uns insbesondere Dekorationen, Düfte, Seifen, Karten, Geschenkartikel und ein Fotostand. Eine tolle Idee! Da bisher noch nicht sonderlich viel Betrieb ist, nehmen wir auf dem gepolsterten goldenen Sessel Platz, ziehen uns die roten Mützen über und lassen uns vor dem Kaminfeuer und dem Tannenbaum wie zwei Weihnachtselfen fotografieren. Wie wir Frauen sind, können wir uns nicht für ein einzelnes Foto entscheiden und bestellen direkt drei der unzähligen gelungenen Bilder, die uns alljährlich – eingerahmt in einem goldenen massiven Rahmen – an diesen wirklich schönen Tag erinnern werden (8 € pro Foto). Und gerade in Stimmung gekommen, schaffen wir es auch nur einen Stand weiter und werden zu einer kleinen Weinprobe eingeladen. Lecker! So lecker! Und natürlich ordern wir uns direkt Kisten nach Haus, wo wir uns schon im Einkaufswahn befinden. Nun aber haben wir vorerst genügend Geld ausgegeben und ziehen weiter. Wir probieren cremigen und würzigen Käse, schnuppern an Duftkarten und sind fasziniert von den vielen musizierenden Plastikweihnachtsmännern. Sie sind nahezu in jeder Größe zu bewundern. Als Schlagzeuger, Trompeter, Kletterer oder auch Tänzer. Allerdings reichen mir wenige Minuten ihres Konzertdurcheinanders. Ich frage mich, wie der Verkäufer diesen Musikwahnsinn den lieben langen Tag erträgt. Aber das soll nicht unser Problem sein. Wir nehmen lieber in dem zentral in der Höhle liegenden Café Platz und gönnen uns eine Erfrischung. Von unseren Plätzen lässt sich alles wunderbar bewundern und wir sind froh, die Fahrt für diesen besonderen Ort in Kauf genommen zu haben. Nach dem kurzen Päuschen durchwandern wir weiter die Höhle und treffen auf Balu, die Schlümpfe und viele weitere bekannte Figuren meiner Kindheit, die mit warmen Lichtern und Tannenzweigen dekoriert sind. Ein wirklich schöner und einmaliger Markt. Während es draußen regnet, verbringen wir hier eine wundervolle Zeit. Doch auch irgendwann erreichen wir das Ende der Höhle und machen uns auf zur Fluweelengrot.

Fluweelengrot: Werkstatt des Weihnachtsmannes und seiner Elfen

Ich habe ja schon die erste Höhle mit weit aufgerissenen Augen bewundern dürfen, doch die Fluweelengrot ist noch ein Stück schöner. Warum? Weil die Figuren einfach wunderbar zur Stimmung und zur Location passen. Schon ziemlich nah am Eingang sitzen die Elfen des Weihnachtsmannes und stellen die Geschenke für die artigen Kinder her. Einige Meter weiter laufen die verpackten Geschenke über ein Laufband und an der nächsten Ecke erwartet mich der Weihnachtsmann. Im 18. Jahrhundert beherbergte diese Grotte eine Kapelle, in der sich die Priester versteckten, um ihre Messen abzuhalten. Daran erinnern noch heute Wandmalereien und Skulpturen, die uns auf unserem Weg begegnen. Schließlich ist Weihnachten ein christliches Fest, daher passt alles so wunderbar zusammen. Die Stände sind sehr ähnlich, wie in der vorigen Höhle. Ich entdecke ein wenig mehr Anbieter mit Süßwaren und Keksen. Nichts gehört mehr auf einen Weihnachtsmarkt, als Plätzchen! Der Duft nach Zimt, Lebkuchen, Glühwein…. das macht einen Weihnachtsmarkt doch erst aus. Wir jedoch setzen uns wieder in ein Café, um die Eindrücke auf uns wirken zu lassen und bestellen uns einen kleinen süßen verführerischen Snack. Eine belgische Waffel und einen Zimt-Mandel-Muffin. Lecker! Und preislich auch okay!

Nun wird es jedoch Zeit, den Rest zu sehen! Wir entdecken Lampen, Kissenhüllen, Taschen, Schuhe, Ketten, Ohrringe, unzählige Accessoires und Geschenkartikel. Doch in dieser Höhle halten wir uns zurück. Schließlich wollen wir noch einiges vom schönen Weihnachtsstädtchen entdecken! Also begeben wir uns in die nächste Grotte – nur wenige Meter von dieser entfernt. Hier erwarten uns keine Verkaufsstände, sondern eine einmalige, beeindruckende Ausstellung: „Magic Sand Valkenburg“. Zum 5. Mal präsentieren die Niederländer kunstvolle Skulpturen aus Sand. In diesem Jahr zum Thema „Eine Weihnachtsgeschichte – A Christmas Story“ mit den Figuren der Dickens-Verfilmung von Disney – einem meiner liebsten Filme. Ob mit Mickey Mouse oder Jim Carrey. Immer wieder herzergreifend. Und unterlegt mit passender Weihnachtsmusik im Hintergrund fühlen wir uns, als befänden wir uns in den jeweiligen Szenen der Geschichte. Ich beobachte, wie Scrooge vom Geist der zukünftigen Weihnacht heimgesucht und zu seinem Grab geführt wird, aber ebenso, wie Tim und seine Familie unter ärmlichen Verhältnissen ihr Weihnachtsfest feiern. Jede Skulptur ist so nah an den Filmszenen dran und beeindruckt mich über die Maßen. Zum großen Finale erwarten uns in einem Rondell biblische Figuren wie die Drei Weisen aus dem Morgenland und Jesus mit seinen Eltern im Stall. Im Hintergrund ertönt „Ave Maria“. Die ganze Szenerie ist in Weiß- und Blautönen ausgeleuchtet. Ein Anblick, der uns sprachlos macht und wir verweilen einige Minuten auf der Stelle. Da alle schönen Dinge ein Ende haben, raffen wir uns auf und genießen noch ein heißes, wärmendes Getränk in der kleinen Holzhütte und bedrucken uns beim Verlassen der Grotte noch eine 5 Cents-Münze mit dem Motiv einer der Sandskulpturen.

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Nun könnten wir noch mit dem Sessellift hinauf zum Wilhelmina-Turm fahren und in dem dort befindlichen Restaurant einige weihnachtliche Köstlichkeiten genießen. Da es jedoch regnet, entscheiden wir uns dagegen und begeben uns in Richtung Zentrum. Hier reiht sich ein Restaurant an das nächste. Alles ausgerichtet auf Touristen. Besonders preislich. Ob Italiener, Grieche, Steakhaus – das Angebot ist groß und vielfältig. Wir möchten aber noch Santa’s Weihnachtsmarkt besuchen und gehen die Straße bis zum Ende, wo uns nach Überschreiten der Brücke der Weihnachtsmann erwartet und mit dem Läuten seines Glöckchens begrüßt. Das Angebot der Stände ist dem in den Höhlen recht ähnlich, doch es befinden sich besonders viele Fressbuden hier. Schals, Bastelutensilien, Dekoartikel und Schmuck können aber auch erstanden werden. Ein kleiner netter Weihnachtsmarkt zum Abschluss des Tages. Wären wir an einem Mittwoch angereist, hätten wir um 19 Uhr die beleuchteten Prunkwagen und Tänzer bewundern können, die zum eigenen Soundtrack als Parade durch das Zentrum Valkenburgs ziehen (auch samstags um 19.30 Uhr). Doch auch so sind wir vollkommen begeistert von diesem tollen Tag in den Niederlanden und freuen uns nun auf eine leckere Pizza in der Heimat!

Weitere Angebote in der Weihnachtsstadt Valkenburg

Besucher können auch vorab ein Ticket für 11,50€ für „Route d’Amuse“ buchen und an einem kulinarischen Spaziergang teilnehmen. An fünf Stationen wie Hotels und Restaurants werden kleine weihnachtliche Köstlichkeiten serviert.

Oder Sie besuchen die Ausstellung „Myrrhe, Weihrauch und Gold“ im Museum Römische Katakomben. Die Kunstausstellung präsentiert Werke von Goldschmieden, Lichtkünstlern und Designern, die vor Ort auch erstanden werden können. Sie durchwandern hier eine Duftlandschaft und zu manchen Terminen begegnen Sie der Musikerin Elvya Dulcimer, die Ihnen ein Ständchen spielt. Im Workshop können Sie pflegende Duft- und Kräutermischungen wie zu Römerzeiten herstellen.

Ein weiterer Künstler überrascht Sie in der Ausstellung „Mergelrijk“ mit Sand. Sie sehen hier einen Film des Mergel-Zauberers, wie er die Weihnachtsgeschichte mit Mergelstaub zeichnet. Sie bewundern weitere Mergelskulpturen, Kunstwerke, Filme und können Weihnachtssouvenirs selbst aus Mergel in der Grottenwerkstatt herstellen. In der Brasserie besteht die Möglichkeit, Grottenschinken und –bier zu probieren.

Öffnungszeiten und Preise:

13.11.2015 – 3.01.2016

Weihnachtsparade: samstags um 19.30 Uhr, mittwochs um 19.00 Uhr

Route d’Amuse: täglich von 12.00-18.00 Uhr, 11,50 € pro Person

Fluweelengrot: Sonntag-Donnerstag von 10.00-19.00 Uhr,
Freitag-Samstag von 10.00-21.00 Uhr, 6 € Erwachsene, 3 € Kinder ab 12 Jahren

Gemeindegrotte: Montag-Donnerstag von 11.00-20.00 Uhr,
Freitag-Samstag von 10.00-21.00 Uhr, Sonntag von 10.00-20.00 Uhr,
6 € Erwachsene, 3 € Kinder ab 12 Jahren

Magic Sand Valkenburg: Montag-Freitag von 11.00-18.00 Uhr, Samstag-Sonntag von 10.00-18.00 Uhr, 6 € Erwachsene, 3 € Kinder ab 12 Jahren

Mergelrijk: täglich von 10.00-17.00 Uhr, 8,75 € Erwachsene, 6,75 € Kinder ab 12 Jahren

„Myrrhe, Weihrauch und Gold“: Zeiten variabel, 8,50 € Erwachsene, 5 € Kinder

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Übernachten Sie in der Weihnachtszeit in unseren Ferienwohnungen

in Köln:

In Köln und im weiteren Rheinland erwarten Sie unsere voll ausgestatteten Unterkünfte. Jede von Ihnen verfügt über ein eigenes Badezimmer und eine Küche sowie genügend Platz, um Ihre Weihnachtseinkäufe zu verstauen und den Abend nach einem anstrengenden Shoppingtag in Ruhe ausklingen zu lassen. Wohnen Sie gemeinsam mit Ihrer Familie und / oder Freunden in unseren Ferienwohnungen, die zentral aber auch in den verschiedenen Stadtteilen Kölns zu finden sind. Von hier aus erreichen Sie wundervoll die Weihnachtsstadt Valkenburg, aber auch Weihnachtsmärkte im Kölner Zentrum, Bonn, Düsseldorf oder auch Aachen. Genießen Sie die Adventszeit und verbringen Sie die Zeit während Ihrer Städtereise in unseren Unterkünften!

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